Was benötigen Kinder mit der Diagnose ADHS wirklich?
Kinder benötigen seelische Zuwendung – gerade Kinder mit ADHS – um optimal aufzuwachsen und verantwortungsvoll und selbstbewusst die Zukunft gestalten zu können. Erhalten sie diese nicht, suchen sie Ersatz, um ihr inneres Leid zu kompensieren. Manche finden diesen Ersatz in Form von vermehrter Süssigkeitenzufuhr, andere wiederum flüchten in eine virtuelle Welt und wieder andere kapseln sich ab und entwickeln eine eigene, individuelle Persönlichkeit, die sich nicht an den herkömmlichen Maßstäben orientiert.
Erleben Kinder jedoch eine verlässliche Beziehung mit ihrer Umgebung, so ist es ihnen möglich mit Mut, Zuversicht, Motivation, natürlichem Ehrgeiz, humorvoll und vital sich neuen Anforderungen zu stellen und aus den Ergebnissen zu lernen.
Macht der Sprache
Dabei ist wirklich zu beachten, dass Beziehung immer auch Resonanz und Spiegelung bedeutet.
Wie bei einer Stimmgabel werden die eigenen Gefühle im Gegenüber zum Klingen gebracht.
Erhält das Kind nun ständig schlechte Rückmeldungen, verändert sich sein Gehirn negativ, was sich wiederum auf den Körper auswirkt.
In Bezug auf die Kinder bedeutet das: Erwachsene sind Vorbilder, die Resonanz erzeugen. Dies gilt für Eltern genauso wie für andere Bezugspersonen wie Erzieherinnen und Lehrer.
Deshalb haben sie einen enormen Einfluss auf die Kinder.
Immens wichtig ist es daher, dass die Erwachsen positiv kommunizieren.
Ein großer Unterschied ist es, ob der Erwachsene zum Kind sagt : „ Machst du diesen Fehler jetzt schon wieder?““Das ist nicht klug!“ Oder ob der Erwachsene sagt: „Schau, diesen Fehler hast du schon einmal gemacht!“ „Macht nichts, das kann passieren.“ „Das nächste Mal machst du es besser!“
Erleben Kinder, dass ihnen zugehört wird und sie ihre Meinung frei äussern dürfen und diese auf Wiederhall trifft, so wird das Motivationszentrum im Gehirn der Kinder aktiviert.
Es werden Glücksbotenstoffe wie Dopamin und körpereigene Opiate ausgeschüttet und sie erleben ein Glücksgefühl.
Dürfen sie darüber hinaus, auch über eigene Gefühle sprechen, wird der positive Effekt nochmals verstärkt und sie fühlen sich sehr gut.
Eltern, Erzieher und Lehrer haben keine Schuld
Viele Eltern blicken heute sorgenvoll in die Zukunft und stehen vielleicht am Rande des Nervenzusammenbruches, da sie trotz alle liebevollen Anstrengungen keinen Erfolg in ihren Bemühungen sehen, die Beziehungen zu ihrem Kind zu entspannen und ihm insgesamt ein ruhigeres, friedlicheres und aufmerksameres Naturell wünschen.
Auch das Umfeld (Erzieher, Lehrer und Freunde), weist immer wieder auf das Fehlverhalten der Sprösslinge hin und der Fokus wird, auch dadurch, immer wieder auf die Schwächen gelegt.
Ein negativer Kreislauf entsteht, aus dem das Kind nicht mehr ausbrechen kann.
Es identifiziert sich irgendwann damit und es besitzt nun eine absolut negative Weltanschauung und hält sich selbst für einen Verlierer.
Dabei ist sicher zu sagen, dass schwierigere Kinder meistens unglücklicher sind.
Aus dem Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit heraus entsteht ein Machtkampf zwischen Eltern und Kind. Eltern und Lehrer werden oft von Schuldgefühlen und Versagensängsten geleitet.
Die Erziehungserwartungen gestalten sich oft als unrealistisch.
Dabei dürfen alle Beteiligten verstehen, dass sie keine Schuld an der durch die „ADHS“ bedingten Situation tragen und auch niemandem Schuld zuweisen können.
Positive Eigenschaften bei ADHS Kindern
Lassen sie uns auf die positiven Eigenschaften schauen, die die Kinder mit der Diagnose ADHS, besitzen:
Was mir immer wieder bei diagnostizierten „ADHS“ Kindern auffällt ist, wie empfindsam sie sind. Also wie mitfühlend und empathisch, dabei haben sie zumeist einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn entwickelt, sie bestechen durch ihre gute Beobachtungsgabe, dabei sind sie oft sehr aufgeschlossen, sie sind sehr begeisterungsfähig, sie entwickeln kreative Lösungsansätze, sie zeigen sich agil und wendig, haben eine scheinbar unerschöpfliche Energie, sind warmherzig, sind einfallsreich, nicht nachtragend, sind sehr neugierig, sie zeigen sich zudem sehr einfallsreich, haben oft eine ausgeprägte Tier- und Naturliebe und entwickeln sehr oft erstaunliche Fähigkeiten, auf Gebieten, die sie sehr interessieren.
Fazit:
Ja wie schon im Titel erwähnt : Unsere „Zappelphilippe“ benötigen unter anderem dringend Halt vonseiten des Umfeldes. Sind sie es doch gewohnt auf die meisten ihrer Handlungen negative Aufmerksamkeit zu erhalten.
Sie spüren, dass sie so wie sie sind nicht erwünscht sind, sie denken, dass jeder ihr Kainsmal erkennt und intuitiv weiß, dass man ihnen besser keine Aufmerksamkeit schenkt.
Doch im Gegenteil! Diese Kinder benötigen die volle Unterstützung und Hilfestellung, sie benötigen positive Aufmerksamkeit. Sie möchten mit anderen Menschen diskutieren, sie möchten ernst genommen werden.
Sie möchten zum Gelingen einer Aufgabe an die Gemeinschaft selbst Dinge beisteuern, sie möchten gebraucht werden und ein Teil vom Ganzen sein und nicht ausgegrenzt werden.
Daher ist es sehr wichtig ihnen diese positive Aufmerksamkeit zu geben und den Fokus auf die Stärken der Kinder zu lenken. Sie haben sehr viele davon und sie wachsen, wenn sie als solche von den Erwachsenen wahr genommen werden.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein schöne Zeit!
Herzlichst
Ihr
Michael Müller
Kinder- und Jugendcoach
Lerncoach für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
Lerncoach- und AZUBI-Coach-Ausbilder






